Von Beruf Baufacharbeiter mit anschließendem Wasserbau-Studium interessieren mich praktisch umsetzbare Konzepte. Solche, die wir heute zur Lösung anstehender Herausforderungen brauchen. Für den Erhalt lebenswerter Städte und Orte auch in Zeiten des sich zuspitzenden Klimawandels, für kluge Ansätze zum aktiven Klimaschutz. Beruflich und im Ehrenamt war es mir schon immer wichtig, solche Aufgaben im Miteinander, als Gemeinschaftsprojekte zu meistern. Denn die wichtigen Zukunftsfragen beantworten wir am besten gemeinsam, in Würde und gegenseitigem Respekt. 

Stelle mir Deine Fragen. Schreibe mir Deine Vorschläge.

seit 2021
Mitglied des Deutschen Bundestages
seit 2019
Ortschaftsrat in Grüna für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
seit 2019
Stadtrat Chemnitz für Fraktionsgemeinschaft BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
seit 2018
Vorstandsmitglied in der Don Bosco Stiftung Chemnitz
seit 2018
Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
2014-2019
Stadtrat Chemnitz für Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
seit 2010
Freiberufliche Tätigkeit, Wasser- und dezentrale Energiewirtschaft
2009-2014
Sachkundiger Einwohner im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss Chemnitz
seit 2006
Initiation, Planung und Betreibung von Bürgersolarprojekten
seit 2006
tätig in den Chemnitzer Bündnisgrünen Strukturen
1997-2009
Gesellschafter/Geschäftsführer Ingenieurbüro für Wasserbau- und Umweltplanung
1992-1997
Angestellter Dipl.-Wasserbauingenieur Planung/Bauleitung/Projektleitung
1987-1992
Studium Dipl.-Wasserbauingenieur TU DD
1985-1987
Grundwehrdienst
1982-1985
Ausbildung Facharbeiter für Wasserbautechnik
love

Was führte mich zu BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN?

Aufgewachsen bin ich in der ehemaligen DDR, in einer heute brandenburgischen Kleinstadt, einer Automobilbauerstadt direkt „vor den Toren“ des damals geteilten Berlins. Gerade 15 Kilometer war die Berliner Mauer entfernt, und keine 10 Kilometer dahinter lebten unsere nahen Verwandten. Besuche, einfach so zum Kaffeetrinken, waren völlig außerhalb unserer Vorstellung. Unsere kleine Welt war dennoch behütet. In christlicher Familie aufgewachsen – als einziger Christ in meiner Klasse – erschöpfte sich unser „Widerstand“ in der Nichtteilnahme an der Jugendweihe.

Was meinen drei Geschwistern und mir aber mitgegeben wurde, das war ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, das war verantwortliches Handeln im respektvollen Miteinander. Und ich selbst besaß schon frühzeitig ein durch Interesse an der weiten Welt geprägtes Fernweh.

Politisch bestimmten meine Jugendzeit die späten 1970-er bis 1980-er Jahre, eben genau die Entstehungszeit der Grünen in der Bundesrepublik bzw. der Alternativen Liste (AL) im Westteil Berlins. Denn denen – nicht etwa der regierenden CDU – fühlten wir uns verbunden als Jugendliche im Umland Berlins, in den auch bei uns bewegten Jahren der entstehenden, kirchlich geprägten DDR-Friedensbewegung. Sympathisch empfanden wir den Kampf der Kreuzberger Hausbesetzer für den Erhalt gewachsener Quartiere, gegen die „Kahlschlagsanierung“, eine dann auch recht bald als falsch anerkannte „Stadtfehlentwicklung“. Hinter der Mauer wuchs in diesem Zuge die AL zur drittstärksten politischen Kraft. Bei uns aber blieb die Unfreiheit, wurden bei Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow sowie der Solidarnosć in Polen „die Zügel“ bei uns eher immer mehr „angezogen“. Die Gesellschaft war zunehmend von bleiernder Schwere und Unzufriedenheit erfüllt. Die Wirtschaft geriet in immer größere Schwierigkeiten, was erschreckende Umweltzerstörungen weiter verschärfte. Junge Ärzt*innen wurden in die extrem luftbelasteten Regionen verpflichtet; waren sie doch da so dringend nötig. In den Mittelgebirgen starben die Wälder unter der Schwefellast der Kohlekraftwerke. Bäche und Flüsse transportierten eine stinkende, schäumende Giftbrühe.

Die Wellen der Radio- und TV-Sender aufhalten konnte die Berliner Mauer natürlich nicht und so bekamen wir Informationen zu all diesen Entwicklungen ständig hautnah mit. Neben der DDR-Jugendzeitung gab es allmorgendlich die „First early-morning transmission in German“ der BBC London, anschließend dann den SFB, den „Sender Freies Berlin“. Was uns keineswegs fehlte, das waren ausgewogene, politische Informationen. Weitere Einschränkungen der Reisefreiheit bis Ende der 1980-er Jahre mussten wir folglich als Zumutung ansehen. Wollten wir doch – gerade erwachsen – uns nun endlich in die „weite“ südosteuropäische Welt aufmachen, ein klein wenig Freiheit genießen und das Fernweh stillen. Mitten im anderthalbjährigen Grundwehrdienst kam es dann zum Supergau von Tschernobyl, medial verharmlost, im Osten zunächst sogar verschwiegen.

Mit Beginn des Studiums in Dresden wurden wir genötigt, unsere Bereitschaft zur Ausbildung als Reserveoffizier zu erklären. Als ich dies dann 12 Monate nach Studienbeginn – im Jahr 1988 – abschließend ablehnte und entsprechend kommentierte, bekam ich den Stempel als „politischer Provokateur“. Wahrscheinlich kam auch für mich – wie für so viele – die Friedliche Revolution gerade noch rechtzeitig. Die Jahre 1989 und 1990 empfand ich als ungeheure Befreiung.

Dass ich mit dieser Sozialisation – in einer spannenden Zeit zwischen dem 12. und 24. Lebensjahr – bei den Grünen landete, muss nicht wirklich verwundern. Fand und finde ich doch hier die wunderbare Verbindung von Freiheit und verantwortlichem Handeln, im Sinne der Umwelt, der Bewahrung der Schöpfung, ebenso wie im Sinne eines sozialen, solidarischen Zusammenlebens in einer weltoffenen, diversen, gerechten Gesellschaft. Auch in Gerechtigkeit mit den Mitmenschen weltweit sowie gegenüber den künftigen Generationen.

Folgerichtig war es so auch, dass ich mit meinem solidarischen Energieprojekt – der ersten Chemnitzer Bürgersolaranlage – bei den Chemnitzer Grünen landete. Folgerichtig war es, dass mit diesem winzigen Projekt so viel aufgewühlt und angestoßen wurde, in einer Großstadt in der das „modernste Kohlekraftwerk der DDR“ noch heute so viel energiepolitische Intransparenz und Tabuisierung mit sich bringt. Folgerichtig war es, dass dies mein Interesse an Energiewirtschaft und Stadtentwicklung immer mehr weckte. Und genau da traf und treffe ich bei den Grünen in ganz Sachsen auf so viele Gleichgesinnte.

Mit Volkmar Zschocke, Manfred Hastedt und vielen anderen fand ich bei den Grünen authentische Menschen als Wegbegleiter, die mir in diesen Dingen sofort nahe waren und noch heute sind.

Auch das uns Grünen essentiell wichtige Thema der Gleichstellung betraf meine Frau und mich schon früh sehr unmittelbar. Als junge Familie mussten wir sehr persönlich erleben, wie selbst kommunale Unternehmen das Recht junger Eltern auf Teilzeitarbeit während der Kindererziehungszeit zu missachten versuchten. Da wir das mitgemacht haben, um die Durchsetzung eigentlich selbstverständlich scheinender Rechte lange kämpfen mussten, auch deshalb haben wir heute höchsten Respekt vor allen, die sich bei uns Bündnisgrünen immer wieder für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern einsetzen.

Solidarisches Engagement prägte dann auch meine Sicht auf die Zeit, als 2015 bis 2016 zahlreiche, vor Krieg und Elend aus ihrer Heimat flüchtende Menschen bei uns Aufnahme suchten. Mir war klar, dass Menschen willkommen zu heißen sind, wenn wir miteinander gut leben wollen. Im Chemnitzer Willkommensdienst, tragend organisiert von drei jungen Frauen, bot sich die Möglichkeit, zum „Willkommen!“ und zu aktiver Unterstützung beim Ankommen. Auch hier waren viele Bündnisgrüne Mitstreiter*innen dabei.

All das ließ mich – spät, aber in voller Überzeugung bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN genau richtig zu sein – der Partei beitreten. Auch in Konsequenz dessen, dass ich mich schon in vielen Wahlkämpfen vorab in verschiedener Art und Weise für Grüne Ziele eingesetzt hatte.

Hier, bei uns Bündnisgrünen, habe ich meine politische Heimat gefunden. Denn hier, davon bin ich überzeugt, werden wir gemeinsam noch vieles für eine gerechtere, freie und weiterhin lebenswerte Zukunft erreichen.

Nach oben Skip to content