Wasserkrise in der Lausitz: Bündnisgrüne aus drei Kohleregionen beraten

Bündnisgrüne aus den drei deutschen Kohleregionen sowie Akteur:innen von Lausitzer Initiativen tauschten sich am vergangenen Freitag am Cottbuser Ostsee über die Wasserkrise und den Kohleausstieg 2030 aus. Gemeinsam mit den beiden Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern im Ausschuss für Klimaschutz und Energie Kathrin Henneberger aus dem Rheinland und Bernhard Herrmann aus Sachsen wurden insbesondere die Auswirkungen der Kohleverstromung im Kraftwerk Jänschwalde auf den Wasserhaushalt in der Lausitz erörtert.

Laut Infotafel-Angaben des Bergbaubetreibers LEAG am Einlaufbauwerk bei Lakoma hat der noch nicht einmal zur Hälfte gefüllte Cottbuser Ostsee innerhalb der letzten 4 Wochen ca. 5 Millionen Kubikmeter Wasser verloren. Demnach lag das wassergefüllte Randschlauchvolumen am 11. August 2022 bei 73 Millionen Kubikmetern. Knapp einen Monat vorher waren es noch 78 Millionen Kubikmeter (Stand 14. Juli 2022). Nach Angaben der LEAG ist der See aktuell zu 42% gefüllt, ursprünglich sollte Ende des Jahres 2022 eine geschlossene Seedecke hergestellt sein.

Dazu erklärt Kathrin Henneberger, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen:

„Aktuell wird viel über die Versorgungssicherheit von Strom und Wärme diskutiert. Hier am Cottbuser Ostsee sehen wir deutlich, dass wir bei Entscheidungen mit Blick auf den kommenden Winter deren Konsequenzen aber nicht aus den Augen verlieren dürfen. Nach mehreren Dürresommern ist auch dieses Jahr wieder in vielen Regionen Deutschlands Wasser zur Mangelware geworden.

Falls in diesem Winter mehr Kohlekraftwerke laufen sollten, muss die Mehrbelastung mit dem klimaschädlichen Gas CO2 an anderer Stelle kompensiert und der Kohleausstieg vorgezogen werden. Die brutale Realität der Klimakrise wird uns derzeit mit trockenen Flüssen quer durch Deutschland vom Rhein über Donau, Elbe, Weser und Spree vor Augen geführt.“

Bernhard Herrmann, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen ergänzt:

„Ob die beiden in Sicherheitsbereitschaft befindlichen Blöcke vom Kohlekraftwerk Jänschwalde wieder ans Netz gehen können, hängt nun maßgeblich von zur Verfügung stehenden Wasserressourcen ab. Dafür haben wir mit dem Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz gesorgt.

Nicht nur Klimamodelle zeigen, dass uns immer weniger Niederschlag in den Sommermonaten erwartet, wir erleben dies bereits seit Jahren. Dazu kommen die umfassenden Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Tagebaue. Um abschätzen zu können, wo das alles hinführt, brauchen wir nun zügig das hydrogeologische Großraummodell, nicht nur für die Lausitz, sondern auch die anderen Kohleregionen.

Fakt ist aber schon jetzt, ein Weiterbetrieb oder gar die Erschließung neuer Tagebaue verschlimmern die Situation nur noch. Auch deshalb halten wir am Ziel des Kohleausstiegs 2030 in der Koalition fest.“

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